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Fortbildungsreihe – Angststörungen

Fortbildungsreihe – Angststörungen

KURSINHALT


Panikstörungen und Agoraphobie gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. In einer aktuellen Untersuchung von 2004 lag die 12-Monatsprävalenz, d.h. das Auftreten einer Angststörung im Untersuchungszeitraum von einem Jahr, für Angststörungen nach DSM-IV bei 14,5%. Was kann der Hausarzt tun?

EPIDEMIOLOGIE

Ca. 15% der Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Angsterkrankung. Im Gegensatz zu „normaler“ Angst, die ein notwendiger Bestandteil unseres Lebens ist und uns vor drohender Gefahr warnt, kann eine Angsterkrankung unsere Lebensqualität ernsthaft beeinträchtigen und unter Umständen weitere psychische Folgeerkrankungen hervorrufen.

DIAGNOSTIK UND ERSTE BEHANDLUNG

Die aktuelFortbildungsreihe_Angststoerungle S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ richtet sich an alle Berufsgruppen, die Patienten mit Angststörungen behandeln und bezieht neben den Fachärzten und Psychotherapeuten auch insbesondere Hausärzte ein. Ziel ist es, die Erkennung und Behandlung von Angststörungen in den verschiedenen Versorgungsebenen zu verbessern (www.awmf.org).

Nach ICD 10 werden fünf eigenständige Angsterkrankungen beschrieben: Panikstörung, generalisierte Angststörung, Agoraphobie mit /ohne Panikstörung, soziale Phobie und spezifische Phobie. Darüber hinaus gibt es sekundäre Angstformen, also Angst als Symptom einer anderen körperlichen oder psychischen Erkrankung. Angststörungen werden oft nicht erkannt, wobei eine Rolle spielt, dass Patienten häufiger über Schmerzen, Schlafstörungen oder andere somatische Beschwerden als über Angst als Leitsymptom klagen. WANN SOLLTE BEHANDELT WERDEN?
Von Angsterkrankung ist zu sprechen, wenn die Angst übermäßig stark ist, in nicht gefährlichen Situationen auftaucht und zu Vermeidungsverhalten führt. Rückzug und Vereinsamung können die Folge sein, aber auch Depressionen und Suchtprobleme. Problematisch ist auch die Neigung der Angsterkrankungen, zu chronifizieren.
Als Indikation für eine Behandlung gelten 1. Bestehen einer Angststörung nach ICD-10 und/oder 2. Ein mittlerer bis schwerer Leidensdruck des Patienten, 3. Psychosoziale Einschränkungen und 4. Mögliche Komplikationen einer Angsterkrankung (wie Suchterkrankungen u.a.).

WIE SOLLTE BEHANDELT WERDEN?

Im Hinblick auf die Psychotherapie empfiehlt die S3-Leitlinie bei allen Angststörungen die kognitive Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit in zahlreichen kontrollierten Studien nachgewiesen wurde. Bei der pharmakologischen Therapie sind laut Leitlinie im Allgemeinen Medikamente wie die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) und selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) Mittel der Wahl. In zweiter Linie können Mittel wie trizyklische Antidepressiva oder Pregabalin verordnet werden.