CME Kurs · Sarkopenie – die neue Herausforderung im Alter

Sarkopenie – die neue Herausforderung im Alter

Die Sarkopenie ist neben der Osteoporose eine Erkrankung des Alters, eine geriatrische Erkrankung, die das muskoskeletale System betrifft und mit dem Verlust der Funktionalität und Mobilität einhergeht. Besonders stark sind geriatrische Patienten betroffen, die wegen eines Sturzes eine Fraktur erleiden und deshalb häufig an Selbständigkeit verlieren.

Die Sarkopenie ist durch einen Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft bzw. Muskelfunktion definiert. Sarkopenie weist bei älteren Patienten eine hohe Prävalenz auf und ist oft mit weiteren Komorbiditäten und einem schlechten Outcome assoziiert.

Seit 2018 ist die Sarkopenie in der deutschen Version des ICD-10-GM kodierbar (M62.50). Die Diagnostik beruht zum einen auf einer Messung der Muskelmasse entweder mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) oder besser mittels der Knochendichtemessung (DXA) zur Bestimmung der Körperzusammensetzung. Zum anderen ist eine Messung der Handkraft bzw. der Ganggeschwindigkeit zur Bestimmung der muskulären Funktion nötig. Zur Selektion in der Primärversorgung, in der hausärztlichen Praxis, besteht die Möglichkeit mittels eines Sarkopeniefragebogens (SARC-F) gefährdete geriatrische Patienten zu identifizieren. Diese können dann der o.g. weiterführenden Diagnostik zugeführt werden. Gegenwärtig besteht die Therapie bei Muskelatrophie aus Kraft- und Balancetraining sowie einer Ernährungsberatung mit dem Ziel einer proteinreichen Ernährung (u.a. Leucin). Spezielle orale Nahrungssupplemente können in bestimmten Situationen hilfreich sein. Eine medikamentöse Behandlung der Sarkopenie ist noch nicht verfügbar. Einige Substanzen sind jedoch in der klinischen Prüfung. Am vielversprechendsten gegen Muskelschwund scheint die Gruppe der Myostatinantagonisten zu sein.

Im Vortrag wird auf die Diagnostik der Sarkopenie und die therapeutischen Möglichkeiten wie oben beschrieben eingegangen.




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